Industriemeister HQ Orga Aufgabensammlung IHK Style (Metall,Kunstoff,Elektro..)

:brain: Aufgabe 1

Durch ein neu eingeführtes Beschaffungscontrolling in der GlasTec Systems GmbH sollen zukünftig bei den Zukaufteilen die Materialstrukturen genauer analysiert werden, um die Kosten im Beschaffungsbereich zu reduzieren.

Für die Fertigung der Pumpen liegen bei den Zukaufteilen folgende Monatsbedarfe und Einstandspreise pro Stück vor:

Teile-Nr. Bedarfsmenge in Stück/Monat Einstandspreis pro Stück
2001 2.500 10,40 €/St
2002 6.000 0,30 €/St
2003 800 19,00 €/St
2004 1.200 0,60 €/St
3001 2.500 0,40 €/St
3002 1.600 4,00 €/St
3003 1.200 0,50 €/St
3004 600 4,80 €/St
4001 6.000 0,16 €/St
4002 2.500 2,20 €/St
4003 8.000 0,06 €/St
4004 1.200 3,50 €/St

a) Führen Sie eine ABC-Analyse durch.
b) Geben Sie für A- und C-Teile je ein geeignetes Dispositionsverfahren an.
c) Beschreiben Sie die XYZ-Analyse und ihren Nutzen im Vergleich zur ABC-Analyse.


Lösung

a) ABC-Analyse:

Berechnung des Einkaufsvolumens:

Einkaufsvolumen = Bedarfsmenge × Einstandspreis
  • A-Teile: Programmorientierte Disposition (z. B. MRP-Verfahren)
  • C-Teile: Verbrauchsgesteuerte Disposition (z. B. Bestellpunktverfahren)

c) XYZ-Analyse – Grundzüge und Nutzen:

  • X-Teile: Konstanter Verbrauch
  • Y-Teile: Schwankender Verbrauch
  • Z-Teile: Unregelmäßiger Verbrauch

Nutzen:

  • Bessere Dispositionsstrategien
  • Reduzierte Kapitalbindung und Fehlmengenrisiko

:brain: Aufgabe 2

Das Ergebnis der durchgeführten ABC-Analyse zeigt, dass eine Vielzahl von Hilfsstoffen per Vorratsbeschaffung eingelagert sind, obwohl die Lagerkapazitäten im Werk bereits ausgeschöpft sind. Im Zuge der Einrichtung einer neuen Montagehalle sollen die Lagerprozesse und Lagermengen optimiert werden.

a) Nennen Sie drei Vorteile der dynamischen Lagerhaltung gegenüber der statischen Lagerhaltung.
(Mögliche Punktzahl: 3)

b) Nennen Sie vier Möglichkeiten, wie Lagerbestände optimiert werden können.
(Mögliche Punktzahl: 6)


Lösung

a) Vorteile der dynamischen Lagerhaltung:

  • Höherer Raumnutzungsgrad
  • Schnellere Einlagerung durch Automatisierung
  • Optimierte Ausnutzung des Lagerraums

b) Möglichkeiten zur Lagerbestandsoptimierung:

  • Umschlagshäufigkeit berechnen und Lagerhüter aussortieren
  • Bestellmengenoptimierung
  • Einführung von Just-in-Time
  • Materialrationalisierung

:brain: Aufgabe 3

In Ihrer Abteilung wird derzeit über die Einführung eines Kanban-Systems nachgedacht. Die Mitarbeitenden sind mit dieser Art der Materialsteuerung noch nicht vertraut.

a) Ermitteln Sie die Anzahl der benötigten Kanban-Karten.
Gegeben sind:

  • Tagesverbrauch: 25 Stück
  • Wiederbeschaffungszeit (WBZ): 3 Tage
  • Sicherheitsbestand: 1 Tagesverbrauch
  • Teile pro Behälter: 15 Stück

(Mögliche Punktzahl: 2)

b) Erstellen Sie eine Kanban-Tabelle für fünf Tage. Tragen Sie den Behälterverbrauch, den Nachbestelltag und den Liefertag ein.
(Mögliche Punktzahl: 6)

c) Nennen Sie zwei Vorteile der Kanban-Steuerung.
(Mögliche Punktzahl: 2)


Lösung

a) Anzahl der Kanban-Karten:

Formel:

Anzahl Kanban = (Verbrauch * WBZ + Sicherheitsbestand) / Teile pro Behälter

Einsetzen:

Anzahl Kanban = (25 * 3 ) / 15 = 100 / 15 = 5

b) Beispielhafte Kanban-Tabelle:

Tag Behälter Nr. Verbrauch (Stück) Nachbestelltag Liefertag
1 #1 15 Tag 1 Tag 4
1 #2 10 Tag 1 Tag 4
2 #2 5
2 #3 15 Tag 2 Tag 5
2 #4 5 Tag 2 Tag 5
3 #4 10
3 #5 15 Tag 3 Tag 6
4 #1 (wieder) 15 Tag 4 Tag 7
4 #2 10 Tag 4 Tag 7
5 #2 5
5 #3 15 Tag 5 Tag 8
5 #4 5 Tag 5 Tag 8

c) Vorteile der Kanban-Steuerung:

  1. Selbstregulierender Prozess, der durch das Pull-Prinzip arbeitet.
  2. Reduziert Lagerkosten durch Just-in-time-Beschaffung und minimalen Lagerbestand.

:brain: Aufgabe 4

Im Rahmen der Beschaffungsplanung soll für einen Wellendichtring, der regelmäßig in der Instandhaltung verwendet wird, das Bestellpunktverfahren angewendet werden.

Gegeben sind:

  • Jahresbedarf: 1.800 Stück
  • aktueller Lagerbestand: 260 Stück
  • Sicherheitsbestand: 50 Stück
  • Einstandspreis: 25,00 €
  • Bestellmenge: 300 Stück
  • Beschaffungszeit: 10 Tage
  • bestellfixe Kosten: 40,00 € je Bestellung
  • Lagerhaltungskostensatz: 14,4 % p.a.

a) Berechnen Sie:

  • den durchschnittlichen Lagerbestand
  • die jährlichen Bestellkosten

b) Ermitteln Sie rechnerisch, nach wie vielen Tagen ab heute die nächste Bestellung ausgelöst werden muss.

c) Berechnen Sie die optimale Bestellhäufigkeit.

d) Beschreiben Sie die Auswirkung eines höheren Lagerhaltungskostensatzes auf die optimale Bestellmenge.


Lösung

a)

Durchschnittlicher Lagerbestand:

Durchschnittlicher Lagerbestand = (Bestellmenge ÷ 2) + Sicherheitsbestand
Durchschnittlicher Lagerbestand = (300 ÷ 2) + 50 = 150 + 50 = 200 Stück

Jährliche Bestellkosten:

Jährliche Bestellkosten = (Jahresbedarf ÷ Bestellmenge) × bestellfixe Kosten
Jährliche Bestellkosten = (1.800 ÷ 300) × 40,00 € = 6 × 40 € = 240,00 €

b)

Berechnung des Tagesverbrauchs:

Tagesverbrauch = Jahresbedarf ÷ 360 Tage = 1.800 ÷ 360 = 5 Stück pro Tag

Berechnung des Bestellpunkts:

Bestellpunkt = (5 Stück/Tag × 10 Tage) + Sicherheitsbestand = 50 + 50 = 100 Stück

Differenz bis zum Bestellpunkt:

Aktueller Lagerbestand = 260 Stück
Differenz = 260 - 100 = 160 Stück
160 Stück ÷ 5 Stück/Tag = 32 Tage

Die nächste Bestellung muss in 32 Tagen ausgelöst werden.


c)

Optimale Bestellhäufigkeit:

Optimale Bestellhäufigkeit = √(200 × 1.800) ÷ 300 = √360.000 ÷ 300 = 600 ÷ 300 = 2,0 Bestellungen pro Jahr

d)

Ein höherer Lagerhaltungskostensatz senkt die optimale Bestellmenge, da die höheren Lagerkosten dazu führen, dass das Unternehmen häufiger kleinere Mengen bestellt, um die Kosten zu minimieren.


:brain: Aufgabe 5

Für die Anschaffung einer neuen Maschine sollen die kalkulatorischen Maschinenkosten berechnet werden. Die folgenden Daten liegen vor:

  • Anschaffungskosten: 880.000 €
  • Nutzungsdauer: 6 Jahre
  • kalkulatorischer Restwert: 100.000 €
  • durchschnittliche Laufzeit: 3.200 Stunden/Jahr
  • Stromverbrauch: 12 kW/h
  • Energiepreis: 0,22 €/kWh
  • Raumkosten: 12,50 €/m² × 16 m²
  • kalkulatorischer Zinssatz: 6 %
  • kalkulatorische Instandhaltungskosten: 8 % p.a. vom Anschaffungswert

a) Ermitteln Sie den kalkulatorischen Maschinenstundensatz.
b) Ermitteln Sie den Maschinenstundensatz, wenn sich die Laufzeit um 200 Stunden erhöht.
c) Bewerten Sie die Aussage: „Durch eine Erhöhung der Laufzeit sinkt der Maschinenstundensatz.“


Lösung

a) Maschinenkosten pro Jahr:

  • Abschreibung:
Abschreibung = (Anschaffungskosten - Restwert) / Nutzungsdauer
Abschreibung = (880.000 € - 100.000 €) / 6 = 130.000 €/Jahr
  • Zinsen:
Zinsen = (Anschaffungskosten + Restwert) / 2 × Zinssatz
Zinsen = (880.000 € + 100.000 €) / 2 × 6 % = 490.000 € × 0,06 = 29.400 €/Jahr
  • Instandhaltungskosten:
Instandhaltung = Anschaffungskosten × 8 %
Instandhaltung = 880.000 € × 0,08 = 70.400 €/Jahr
  • Raumkosten:
Raumkosten = 16 m² × 12,50 €/m² × 12 Monate = 2.400 €/Jahr
  • Energiekosten:
Energie = Stromverbrauch × Energiepreis × Laufzeit
Energie = 12 kW × 0,22 €/kWh × 3.200 h = 8.448 €/Jahr
  • Gesamtkosten pro Jahr:
Gesamtkosten = Abschreibung + Zinsen + Instandhaltungskosten + Raumkosten + Energiekosten
Gesamtkosten = 130.000 € + 29.400 € + 70.400 € + 2.400 € + 8.448 € = 240.648 €/Jahr
  • Maschinenstundensatz:
Maschinenstundensatz = Gesamtkosten pro Jahr / jährliche Laufzeit in Stunden
Maschinenstundensatz = 240.648 € / 3.200 h = 75,20 €/h

b) Maschinenstundensatz bei erhöhter Laufzeit (3.400 Stunden):

  • Energiekosten neu:
Energie neu = 12 kW × 0,22 €/kWh × 3.400 h = 8.976 €/Jahr
  • Neue Gesamtkosten pro Jahr:
Neue Gesamtkosten = 130.000 € + 29.400 € + 70.400 € + 2.400 € + 8.976 € = 241.176 €/Jahr
  • Neuer Maschinenstundensatz:
Neuer Maschinenstundensatz = Neue Gesamtkosten / neue Laufzeit
Neuer Maschinenstundensatz = 241.176 € / 3.400 h = 70,93 €/h

c) Bewertung der Aussage:

„Durch eine Erhöhung der Laufzeit sinkt der Maschinenstundensatz.“

:white_check_mark: Richtig. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinsen, Raumkosten, Instandhaltungskosten) verteilen sich auf mehr Stunden, was den Maschinenstundensatz senkt.


:brain: Aufgabe 6

In der Abteilung Zerspanung soll eine Wirtschaftlichkeitsanalyse für die neue Maschine „DMX 4000“ durchgeführt werden.

Folgende Daten liegen vor:

Kennzahl Wert
Ausbringung 24.000 Stück/Jahr
Verkaufspreis je Stück 32,00 €
Fertigungsmaterial je Stück 12,00 €
Fertigungslöhne je Stück 5,50 €
Maschinenstundenbedarf je Stück 0,25 h
Maschinenstundensatz 70,00 €/h
Verwaltungsgemeinkostenzuschlagssatz 18 %
Vertriebsgemeinkostenzuschlagssatz 14 %

a) Ermitteln Sie das Betriebsergebnis.
b) Wie verändert sich das Betriebsergebnis, wenn durch Investition in eine Software der Maschinenstundenbedarf je Stück auf 0,20 Stunden gesenkt wird?


Lösung

a) Kalkulation je Stück:

  • Fertigungsmaterial:
12,00 €  
  • Fertigungslöhne:
5,50 €  
  • Maschinenkosten:
0,25 h × 70,00 €/h = 17,50 €
  • Herstellkosten je Stück:
12,00 € + 5,50 € + 17,50 € = 35,00 €
  • Verwaltungsgemeinkosten (18 %):
35,00 € × 0,18 = 6,30 €
  • Vertriebsgemeinkosten (14 %):
35,00 € × 0,14 = 4,90 €
  • Selbstkosten je Stück:
35,00 € + 6,30 € + 4,90 € = 46,20 €
  • Verkaufspreis:
32,00 €
  • Verlust je Stück:
32,00 € - 46,20 € = -14,20 €
  • Gesamtbetriebsergebnis:
-14,20 € × 24.000 = -340.800 €

b) Neue Maschinenzeit: 0,20 h

  • Neue Maschinenkosten:
0,20 h × 70,00 €/h = 14,00 €
  • Neue Herstellkosten je Stück:
12,00 € + 5,50 € + 14,00 € = 31,50 €
  • Neue Verwaltungskosten:
31,50 € × 0,18 = 5,67 €
  • Neue Vertriebskosten:
31,50 € × 0,14 = 4,41 €
  • Neue Selbstkosten je Stück:
31,50 € + 5,67 € + 4,41 € = 41,58 €
  • Neuer Verlust je Stück:
32,00 € - 41,58 € = -9,58 €
  • Neues Betriebsergebnis:
-9,58 € × 24.000 = -229.920 €
  • Verbesserung des Betriebsergebnisses:
340.800 € - 229.920 € = 110.880 €

:brain: Aufgabe 7

Sie sind als Industriemeister:in für die Abteilung Vormontage verantwortlich. Der Werkleiter bittet Sie um Vorschläge zur Verbesserung der Kapazitätsauslastung in Ihrer Abteilung.

a) Nennen Sie vier mögliche Ursachen für eine unzureichende Kapazitätsauslastung.
(Mögliche Punktzahl: 4)

b) Nennen Sie vier geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Kapazitätsauslastung.
(Mögliche Punktzahl: 4)


Lösung

a) Mögliche Ursachen für unzureichende Kapazitätsauslastung:

  • Maschinenstillstände durch Störungen oder Wartungsarbeiten
  • Fehlendes Material oder verspätete Lieferungen
  • Niedrige Auftragslage oder Auftragslücken
  • Hoher Krankenstand oder Personalausfall
  • Ungenaue oder fehlerhafte Arbeitsvorbereitung
  • Unvollständige Fertigungsunterlagen

(Vier dieser Punkte reichen zur vollen Punktzahl.)


b) Maßnahmen zur Verbesserung der Kapazitätsauslastung:

  • Einführung präventiver Instandhaltungspläne (Reduzierung von Maschinenstillständen)
  • Verbesserung der Materialverfügbarkeit durch bessere Lieferantenkoordination
  • Flexible Arbeitszeitmodelle wie Schichtarbeit oder Überstunden
  • Mehrere Qualifikationen für Mitarbeitende, sodass sie auf verschiedenen Arbeitsplätzen flexibel eingesetzt werden können
  • Verbesserung der Produktionsplanung und -steuerung (z. B. mit ERP-System)
  • Optimierung der Auftragskoordination und -vorbereitung

(Vier sinnvolle Maßnahmen genügen.)


:brain: Aufgabe 8

Im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) sollen Sie als Industriemeister:in mit Ihrem Team Verbesserungspotenziale in der Lagerlogistik identifizieren und entsprechende Maßnahmen erarbeiten.

a) Nennen Sie drei Ziele des KVP.
(Mögliche Punktzahl: 3)

b) Nennen Sie vier typische Werkzeuge oder Methoden zur Durchführung eines KVP.
(Mögliche Punktzahl: 4)

c) Nennen Sie drei Möglichkeiten, wie Ihre Mitarbeiter aktiv in den KVP-Prozess eingebunden werden können.
(Mögliche Punktzahl: 3)


Lösung

a) Drei Ziele des KVP:

  • Steigerung der Produktivität und Effizienz
  • Reduzierung von Verschwendung (Muda)
  • Verbesserung der Qualität
  • Erhöhung der Kundenzufriedenheit
  • Erhöhung der Mitarbeitermotivation

(Drei Nennungen reichen für die volle Punktzahl.)


b) Werkzeuge oder Methoden des KVP:

  • PDCA-Zyklus (Plan – Do – Check – Act)
  • 5W-Methode (Warum-Fragen)
  • Ishikawa-Diagramm (Ursache-Wirkungs-Diagramm)
  • 5S-Methode (Sortieren, Setzen, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin)
  • Wertstromanalyse
  • Pareto-Analyse (80/20-Regel)
  • Brainstorming / Kreativitätstechniken

(Vier Nennungen reichen für die volle Punktzahl.)


c) Möglichkeiten zur aktiven Mitarbeitereinbindung:

  • Einbindung in KVP-Teams und Workshops
  • Teilnahme an Problemanalysen
  • Abfrage von Verbesserungsvorschlägen (z. B. Ideenmanagement)
  • Schulungen zur Anwendung von KVP-Methoden
  • Bewertung von KVP-Maßnahmen in der Praxis

(Drei Vorschläge genügen.)


:brain: Aufgabe 9

Für ein Ersatzteil (Zylinderkopf) wurde in der GlasTec Systems GmbH eine Zuschlagskalkulation durchgeführt.

Die Zuschlagssätze betragen:

  • Materialgemeinkostenzuschlag: 15 %
  • Fertigungsgemeinkostenzuschlag: 220 %
  • Verwaltungsgemeinkostenzuschlag: 18 %
  • Vertriebsgemeinkostenzuschlag: 14 %

Weitere Werte:

  • Fertigungsmaterial: 24,00 €
  • Fertigungslöhne: 17,00 €
  • Sondereinzelkosten Vertrieb (Verpackung): 1,50 €
  • Verkaufspreis: 75,00 €
  • Rabatt: 10 %
  • Skonto: 2 %

a) Ermitteln Sie den Selbstkostenpreis.
(Mögliche Punktzahl: 6)

b) Ermitteln Sie den Gewinn je Stück.
(Mögliche Punktzahl: 2)

c) Ermitteln Sie den Gewinnzuschlag in %.
(Mögliche Punktzahl: 2)


Lösung

a) Zuschlagskalkulation:

  • Fertigungsmaterial:
24,00 €
  • Materialgemeinkostenzuschlag (15 %):
24,00 € × 0,15 = 3,60 €

Materialkosten:

24,00 € + 3,60 € = 27,60 €
  • Fertigungslöhne:
17,00 €
  • Fertigungsgemeinkostenzuschlag (220 %):
17,00 € × 2,20 = 37,40 €

Fertigungskosten:

17,00 € + 37,40 € = 54,40 €
  • Herstellkosten:
27,60 € + 54,40 € = 82,00 €
  • Verwaltungsgemeinkostenzuschlag (18 %):
82,00 € × 0,18 = 14,76 €
  • Vertriebsgemeinkostenzuschlag (14 %):
82,00 € × 0,14 = 11,48 €
  • Sondereinzelkosten Vertrieb (Verpackung):
1,50 €

Selbstkostenpreis:

82,00 € + 14,76 € + 11,48 € + 1,50 € = 109,74 €

b) Gewinn je Stück:

Nettoverkaufspreis nach Rabatt und Skonto:

  • Rabatt:
75,00 € - 10 % = 67,50 €
  • Skonto:
67,50 € - 2 % = 66,15 €

Gewinn je Stück:

66,15 € - 109,74 € = -43,59 € (Verlust)

c) Gewinnzuschlag in % (auf Selbstkosten):

Gewinnzuschlag = (-43,59 € ÷ 109,74 €) × 100 = -39,7 %

Verlust von ca. 39,7 % pro Stück.


:brain: Aufgabe 10

Im Rahmen der Produktionsplanung soll die Kapazitätsauslastung der Abteilung der GlasTec Systems GmbH berechnet werden.

Gegeben:

  • Anzahl der Mitarbeitenden: 12
  • Arbeitstage pro Woche: 5
  • Arbeitszeit pro Tag: 7,5 Stunden
  • Personalnutzungsgrad: 85 %
  • Arbeitsplatznutzungsgrad: 80 %
  • Auftragszeitbedarf: 290 Stunden

a) Ermitteln Sie die verfügbare Kapazität der Abteilung.
(Mögliche Punktzahl: 4)

b) Ermitteln Sie den Kapazitätsauslastungsgrad in Prozent.
(Mögliche Punktzahl: 2)


Lösung

a) Verfügbare Kapazität:

Formel:

Kapazität = Mitarbeiter × Arbeitstage × Arbeitszeit/Tag × Personalnutzungsgrad × Arbeitsplatznutzungsgrad

Einsetzen:

Kapazität = 12 × 5 × 7,5 × 0,85 × 0,80
Kapazität = 60 × 7,5 = 450 Stunden
450 × 0,85 = 382,5 Stunden
382,5 × 0,80 = 306 Stunden

Verfügbare Kapazität:

306 Stunden

b) Kapazitätsauslastungsgrad:

Formel:

Kapazitätsauslastungsgrad = (Auftragszeitbedarf ÷ verfügbare Kapazität) × 100

Einsetzen:

Kapazitätsauslastungsgrad = (290 ÷ 306) × 100 ≈ 94,77 %

:brain: Aufgabe 11

Für die Betriebliche Erfolgsrechnung Ihres Verantwortungsbereichs sollen Sie eine Deckungsbeitragsrechnung auf Basis folgender Informationen durchführen:

Produkt Absatzmenge (Stück) Verkaufspreis (€) variable Kosten (€) Fixkosten (gesamt)
Pumpenkopf A 8.000 36,00 24,00 110.000 €
Pumpenkopf B 4.000 42,00 29,00
Pumpenkopf C 3.000 51,00 32,00

a) Ermitteln Sie den Gesamtdeckungsbeitrag.
(Mögliche Punktzahl: 6)

b) Ermitteln Sie das Betriebsergebnis.
(Mögliche Punktzahl: 2)

c) Welcher Deckungsbeitrag je Stück ergibt sich für die einzelnen Produkte?
(Mögliche Punktzahl: 3)

d) Nennen Sie einen Vorteil der Deckungsbeitragsrechnung gegenüber der Vollkostenrechnung.
(Mögliche Punktzahl: 1)


Lösung

a) Gesamtdeckungsbeitrag je Produkt:

  • Pumpenkopf A:
DB_A = (36,00 € - 24,00 €) × 8.000 = 12,00 € × 8.000 = 96.000 €
  • Pumpenkopf B:
DB_B = (42,00 € - 29,00 €) × 4.000 = 13,00 € × 4.000 = 52.000 €
  • Pumpenkopf C:
DB_C = (51,00 € - 32,00 €) × 3.000 = 19,00 € × 3.000 = 57.000 €

Gesamtdeckungsbeitrag:

Gesamt-DB = 96.000 € + 52.000 € + 57.000 € = 205.000 €

b) Betriebsergebnis:

Betriebsergebnis = Gesamtdeckungsbeitrag - Fixkosten
Betriebsergebnis = 205.000 € - 110.000 € = 95.000 €

c) Deckungsbeitrag je Stück:

  • A:
DB_A = 36,00 € - 24,00 € = 12,00 €
  • B:
DB_B = 42,00 € - 29,00 € = 13,00 €
  • C:
DB_C = 51,00 € - 32,00 € = 19,00 €

d) Vorteil der Deckungsbeitragsrechnung:

Deckungsbeitragsrechnung ermöglicht eine präzisere **Kurzfristige Erfolgsrechnung**, da fixe und variable Kosten getrennt betrachtet werden.

:brain: Aufgabe 12

Sie möchten ein Fertigungszentrum anschaffen und führen eine Kostenvergleichsrechnung für zwei Alternativen durch. Es ergeben sich folgende Werte:

Kostenart Alternative A Alternative B
Kalkulatorische Abschreibung 44.000 € 59.000 €
Kalkulatorische Zinsen 18.000 € 25.000 €
Sonstige fixe Kosten 8.000 € 6.000 €
Variable Kosten pro Stück 8,80 € 7,00 €
Produktionsmenge/Jahr 10.000 Stück 10.000 Stück

a) Ermitteln Sie die jährlichen Gesamtkosten für beide Alternativen.
(Mögliche Punktzahl: 4)

b) Welche Alternative ist wirtschaftlicher? Begründen Sie Ihre Entscheidung.
(Mögliche Punktzahl: 2)

c) Bei welcher jährlichen Produktionsmenge wären beide Alternativen kostengleich?
(Mögliche Punktzahl: 4)


Lösung

a) Gesamtkosten pro Jahr:

  • Alternative A:

    • Fixkosten:
    44.000 € + 18.000 € + 8.000 € = 70.000 €
    
    • Variable Kosten:
    10.000 × 8,80 € = 88.000 €
    
    • Gesamtkosten A:
    70.000 € + 88.000 € = 158.000 €
    
  • Alternative B:

    • Fixkosten:
    59.000 € + 25.000 € + 6.000 € = 90.000 €
    
    • Variable Kosten:
    10.000 × 7,00 € = 70.000 €
    
    • Gesamtkosten B:
    90.000 € + 70.000 € = 160.000 €
    

b) Wirtschaftlichere Alternative:

Alternative A ist wirtschaftlicher, da die Gesamtkosten (158.000 €) geringer sind als bei Alternative B (160.000 €).

c) Kostengleichheit berechnen:

Bezeichne (x) als die Produktionsmenge, bei der beide Alternativen gleich teuer sind:

Formel:

Fixkosten A + (Variable Kosten A × x) = Fixkosten B + (Variable Kosten B × x)

Gleichung aufstellen:

70.000 € + 8,80 € × x = 90.000 € + 7,00 € × x

Umstellen:

1,80 × x = 20.000

Lösen:

x = 20.000 ÷ 1,80 = 11.111,11 Stück

Kostengleichheit bei ca. 11.112 Stück pro Jahr.


:brain: Aufgabe 13

Im Rahmen eines Investitionsprojektes soll eine Wirtschaftlichkeitsanalyse über eine Amortisationsrechnung durchgeführt werden.

Für zwei Maschinen stehen folgende Daten zur Verfügung:

Maschine A Maschine B
Anschaffungskosten 200.000 € 260.000 €
Jährlicher Gewinn 40.000 € 50.000 €
Jährliche Abschreibung 20.000 € 26.000 €

a) Ermitteln Sie für beide Maschinen die Amortisationszeit.
(Mögliche Punktzahl: 4)

b) Welche Maschine ist aus Sicht der Amortisationszeit wirtschaftlicher?
(Mögliche Punktzahl: 2)

c) Nennen Sie eine Schwäche der Amortisationsrechnung.
(Mögliche Punktzahl: 2)


Lösung

a) Amortisationszeit (Formel):

Amortisationszeit=AnschaffungskostenGewinn+Abschreibung\text{Amortisationszeit} = \frac{\text{Anschaffungskosten}}{\text{Gewinn} + \text{Abschreibung}}

  • **Maschine A:**200.000 €40.000 €+20.000 €=200.000 €60.000 €=3,33 Jahre\frac{200.000,€}{40.000,€ + 20.000,€} = \frac{200.000,€}{60.000,€} = \boxed{3{,}33\ \text{Jahre}}
  • **Maschine B:**260.000 €50.000 €+26.000 €=260.000 €76.000 €=3,42 Jahre\frac{260.000,€}{50.000,€ + 26.000,€} = \frac{260.000,€}{76.000,€} = \boxed{3{,}42\ \text{Jahre}}

b) Wirtschaftlichere Maschine:

Maschine A ist wirtschaftlicher, da die Amortisationszeit kürzer ist (3,33 Jahre < 3,42 Jahre).

c) Schwäche der Amortisationsrechnung:

Die Amortisationsrechnung berücksichtigt nicht den Zeitwert des Geldes und ignoriert zukünftige Erträge und Kosten nach dem Amortisationszeitpunkt.

:brain: Aufgabe 14

Im Rahmen eines Lieferantenwechsels hat die Einkaufsabteilung der GlasTec Systems GmbH neue Angebotskonditionen für ein Rohmaterial erhalten.

Daten bisheriger Lieferant:

  • Listenpreis pro 100 kg: 120,00 €
  • Rabatt: 10 %
  • Skonto: 3 %
  • Bezugskosten: 8,00 €

Daten neuer Lieferant:

  • Listenpreis pro 100 kg: 112,00 €
  • Rabatt: 5 %
  • Skonto: 2 %
  • Bezugskosten: 10,00 €

a) Ermitteln Sie den Bezugspreis pro 100 kg für beide Lieferanten.
(Mögliche Punktzahl: 4)

b) Geben Sie an, welcher Lieferant wirtschaftlicher ist.
(Mögliche Punktzahl: 1)

c) Nennen Sie zwei weitere nicht-monetäre Kriterien, die bei der Lieferantenauswahl berücksichtigt werden sollten.
(Mögliche Punktzahl: 2)


Lösung

a) Bezugspreisberechnung:

Bisheriger Lieferant:

  • Rabatt:
120,00 € - 10 % = 120,00 € - 12,00 € = 108,00 €
  • Skonto (3 % von 108,00 €):
108,00 € × 0,03 = 3,24 €
  • Bezugspreis:
108,00 € - 3,24 € + 8,00 € = 112,76 €

Neuer Lieferant:

  • Rabatt:
112,00 € - 5 % = 112,00 € - 5,60 € = 106,40 €
  • Skonto (2 % von 106,40 €):
106,40 € × 0,02 = 2,13 €
  • Bezugspreis:
106,40 € - 2,13 € + 10,00 € = 114,27 €

b) Wirtschaftlicher Lieferant:

Der **bisherige Lieferant** ist wirtschaftlicher, da der Bezugspreis von 112,76 € günstiger ist als der des neuen Lieferanten (114,27 €).

c) Zwei nicht-monetäre Kriterien für die Lieferantenauswahl:

  • Lieferzuverlässigkeit (Pünktlichkeit bei Lieferungen)
  • Produktqualität (z. B. Zertifikate oder Qualitätskontrollen)
  • Flexibilität (z. B. bei kurzfristigen Bestellungen)
  • Servicequalität (z. B. Unterstützung bei Problemen)

:brain: Aufgabe 15

Im Rahmen der Vorbereitung auf ein Audit sollen Sie eine Übersicht zum betrieblichen Umweltmanagement in der GlasTec Systems GmbH erstellen.

a) Nennen Sie drei Ziele des Umweltmanagements im Unternehmen.
(Mögliche Punktzahl: 3)

b) Nennen Sie drei gesetzliche Regelungen, die im Rahmen des Umweltmanagements beachtet werden müssen.
(Mögliche Punktzahl: 3)

c) Nennen Sie zwei konkrete Maßnahmen, mit denen das Unternehmen den betrieblichem Umweltschutz verbessern kann.
(Mögliche Punktzahl: 2)


Lösung

a) Drei Ziele des Umweltmanagements:

  • Reduzierung von Emissionen und Umweltbelastungen
  • Einhaltung gesetzlicher Vorschriften
  • Verbesserung des Ressourcen- und Energieeinsatzes
  • Förderung nachhaltigen Wirtschaftens
  • Erhöhung des Wettbewerbs- und Imagevorteils

(Drei davon genügen.)


b) Drei gesetzliche Regelungen:

  • Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)
  • Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)
  • Wasserhaushaltsgesetz (WHG)
  • Chemikaliengesetz (ChemG)
  • Energieeinsparverordnung (EnEV)

(Drei dieser Regelungen genügen.)


c) Zwei Maßnahmen zur Verbesserung des Umweltschutzes:

  • Einführung energieeffizienter Maschinen und Anlagen
  • Nutzung von erneuerbaren Energien (z. B. Solarenergie)
  • Verbesserte Abfalltrennung und -verwertung
  • Förderung des Umweltbewusstseins bei den Mitarbeitenden

:brain: Aufgabe 16

Im Rahmen eines internen Schulungsprojekts sollen Sie als Industriemeister:in das Thema Lean Management vorstellen.

a) Nennen Sie drei Ziele des Lean Managements.
(Mögliche Punktzahl: 3)

b) Nennen Sie drei typische Methoden oder Prinzipien des Lean Managements.
(Mögliche Punktzahl: 3)

c) Nennen Sie zwei typische Verschwendungsarten, die mit Lean Management reduziert werden sollen.
(Mögliche Punktzahl: 2)


Lösung

a) Drei Ziele des Lean Managements:

  • Reduzierung von Verschwendung (Muda)
  • Steigerung der Prozesseffizienz
  • Verbesserung der Produktivität und Qualität
  • Erhöhung der Kundenzufriedenheit
  • Schaffung schlanker und flexibler Prozesse

(Drei davon genügen.)


b) Drei typische Methoden oder Prinzipien des Lean Managements:

  • 5S-Methode (Sortieren, Setzen, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin)
  • Kaizen (kontinuierlicher Verbesserungsprozess)
  • Just-in-Time (JIT)
  • Kanban (Pull-Prinzip für Materialnachschub)
  • Wertstromanalyse
  • Poka Yoke (Fehlervermeidung)

(Drei davon genügen.)


c) Zwei typische Verschwendungsarten (nach Muda):

  • Überproduktion
  • Wartezeiten
  • Unnötige Transporte
  • Überflüssige Lagerhaltung
  • Unnötige Bewegungen
  • Nacharbeit und Fehler
  • Ungenutztes Mitarbeiterpotenzial

(Zwei der genannten Verschwendungsarten genügen.)


:brain: Aufgabe 17

Sie sind als Industriemeister:in für den Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz verantwortlich und sollen neue Maßnahmen zur Verbesserung der Ergonomie am Arbeitsplatz vorstellen.

a) Nennen Sie drei ergonomische Gestaltungsmerkmale eines Arbeitsplatzes.
(Mögliche Punktzahl: 3)

b) Nennen Sie drei Vorteile ergonomisch gestalteter Arbeitsplätze.
(Mögliche Punktzahl: 3)

c) Nennen Sie zwei gesetzliche Vorschriften bzw. Regelwerke, die bei der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung zu beachten sind.
(Mögliche Punktzahl: 2)


Lösung

a) Drei ergonomische Gestaltungsmerkmale:

  • Höhenverstellbare Arbeitsflächen
  • Anpassbare Beleuchtung (blendfrei, ausreichende Helligkeit)
  • Körpergerechte Sitzgelegenheiten oder Stehhilfen
  • Reduzierung von Zwangshaltungen
  • Anordnung von Werkzeugen im Greifraum
  • Reduzierung von Lärm und Vibrationen

(Drei davon genügen.)


b) Drei Vorteile ergonomischer Arbeitsplätze:

  • Reduzierung von gesundheitlichen Beschwerden (z. B. Rücken- und Nackenbeschwerden)
  • Erhöhung der Produktivität durch geringere Ermüdung
  • Verbesserte Motivation und Arbeitszufriedenheit
  • Weniger krankheitsbedingte Ausfälle
  • Erhöhung der Arbeitsqualität

(Drei Nennungen genügen.)


c) Zwei gesetzliche Vorschriften oder Regelwerke:

  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • Bildschirmarbeitsverordnung
  • DGUV Vorschriften

(Zwei der genannten Vorschriften genügen.)


:brain: Aufgabe 18

Im Rahmen eines Audits sollen Sie als Industriemeister:in erklären, wie in Ihrem Bereich mit Gefahrstoffen umgegangen wird.

a) Nennen Sie vier Informationen, die ein Sicherheitsdatenblatt enthalten muss.
(Mögliche Punktzahl: 4)

b) Nennen Sie zwei technische Maßnahmen, die beim Umgang mit Gefahrstoffen zur Gefahrenvermeidung beitragen.
(Mögliche Punktzahl: 2)

c) Nennen Sie zwei organisatorische Maßnahmen zur Gefahrenvermeidung.
(Mögliche Punktzahl: 2)

d) Nennen Sie zwei personenbezogene Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen.
(Mögliche Punktzahl: 2)


Lösung

a) Vier Informationen eines Sicherheitsdatenblattes:

  • Bezeichnung des Stoffs oder Gemischs
  • Gefahrenhinweise und Gefahrenkennzeichnungen
  • Maßnahmen zur Ersten Hilfe
  • Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung
  • Lagerung und Handhabung
  • Entsorgungshinweise
  • Persönliche Schutzausrüstung

(Vier dieser Angaben genügen.)


b) Zwei technische Maßnahmen:

  • Absaugvorrichtungen / Lüftungsanlagen
  • Geschlossene Fördersysteme (z. B. für gefährliche Flüssigkeiten)
  • Explosionsgeschützte Arbeitsbereiche
  • Automatisierte Dosiersysteme

c) Zwei organisatorische Maßnahmen:

  • Schulungen und Unterweisungen der Mitarbeitenden
  • Zutrittsregelungen für gefährliche Bereiche
  • Erstellung und Aushang von Betriebsanweisungen
  • Sicherheitskennzeichnung von Gefahrstoffen

d) Zwei personenbezogene Schutzmaßnahmen:

  • Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (z. B. Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutz)
  • Regelmäßige arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
  • Einhaltung von Hygieneregeln (z. B. keine Nahrungsaufnahme im Arbeitsbereich)

:brain: Aufgabe 19

Im Rahmen eines Führungskräfteseminars sollen Sie den Zusammenhang zwischen Führungsverhalten und Mitarbeitermotivation darstellen.

a) Nennen Sie drei Führungsstile.
(Mögliche Punktzahl: 3)

b) Erläutern Sie die Auswirkungen eines autoritären Führungsstils auf die Mitarbeitermotivation.
(Mögliche Punktzahl: 2)

c) Nennen Sie zwei Maßnahmen, mit denen die Motivation der Mitarbeitenden im Sinne eines mitarbeiterorientierten Führungsstils gesteigert werden kann.
(Mögliche Punktzahl: 2)

d) Nennen Sie einen Nachteil eines ausschließlich kooperativen Führungsstils.
(Mögliche Punktzahl: 1)


Lösung

a) Drei Führungsstile:

  • Autoritärer Führungsstil
  • Kooperativer Führungsstil
  • Laissez-faire-Stil
  • Situativer Führungsstil
  • Partizipativer Führungsstil

(Drei davon genügen.)


b) Auswirkungen des autoritären Führungsstils auf die Mitarbeitermotivation:

  • Geringe Motivation durch fehlende Mitbestimmung
  • Angst und Unsicherheit bei Mitarbeitenden
  • Mangel an Eigeninitiative durch ständige Vorgaben
  • Weniger Vertrauen in die Führungskraft

c) Zwei Maßnahmen zur Steigerung der Motivation im mitarbeiterorientierten Führungsstil:

  • Einbeziehung der Mitarbeitenden in Entscheidungsprozesse
  • Übertragung von Verantwortung und Delegation von Aufgaben
  • Anerkennung und Lob für gute Leistungen
  • Förderung durch Schulungen und Weiterbildung

d) Nachteil eines ausschließlich kooperativen Führungsstils:

  • Entscheidungsprozesse dauern zu lange, da alle einbezogen werden
  • Unklarheit bei der Verantwortung kann entstehen
  • Gefahr von Führungslosigkeit in kritischen Momenten

:brain: Aufgabe 20

Im Rahmen einer internen Fortbildung sollen Sie als Industriemeister:in über die betriebliche Ausbildung in der GlasTec Systems GmbH berichten.

a) Nennen Sie zwei Aufgaben des Ausbilders nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).
(Mögliche Punktzahl: 2)

b) Nennen Sie zwei Anforderungen, die an einen Ausbildungsbetrieb gestellt werden.
(Mögliche Punktzahl: 2)

c) Nennen Sie zwei Vorteile der dualen Ausbildung für das Unternehmen.
(Mögliche Punktzahl: 2)

d) Nennen Sie zwei Inhalte eines betrieblichen Ausbildungsplans.
(Mögliche Punktzahl: 2)

e) Nennen Sie zwei Maßnahmen zur Förderung von lernschwächeren Auszubildenden.
(Mögliche Punktzahl: 2)


Lösung

a) Zwei Aufgaben des Ausbilders nach BBiG:

  • Vermittlung der beruflichen Handlungsfähigkeit
  • Förderung der persönlichen Entwicklung
  • Überprüfung und Dokumentation der Lernfortschritte
  • Durchführung der praktischen Ausbildung

b) Zwei Anforderungen an einen Ausbildungsbetrieb:

  • Fachlich und persönlich geeignete Ausbilder
  • Vorhandensein der erforderlichen betrieblichen Einrichtungen (z. B. Maschinen, Materialien)
  • Möglichkeit zur Vermittlung der Ausbildungsinhalte gemäß dem Ausbildungsrahmenplan

c) Zwei Vorteile der dualen Ausbildung für das Unternehmen:

  • Passgenaue Ausbildung von Fachkräften
  • Frühzeitige Bindung von motivierten Nachwuchskräften
  • Reduzierung von Einarbeitungszeiten nach der Ausbildung
  • Imagegewinn durch Ausbildungsengagement

d) Zwei Inhalte eines betrieblichen Ausbildungsplans:

  • Zeitliche und sachliche Gliederung der Ausbildung
  • Zuordnung von Ausbildungsstationen und Lernzielen
  • Zuteilung der Aufgaben an die Ausbilder
  • Berücksichtigung des Ausbildungsrahmenplans

e) Zwei Maßnahmen zur Förderung von lernschwächeren Auszubildenden:

  • Gezielte Nachhilfe oder Förderunterricht
  • Differenzierte Aufgabenstellungen, die dem Lernstand entsprechen
  • Individuelle Lernpläne und Lernzielkontrollen
  • Mentoring-Programme durch erfahrene Kollegen