Industriemeister Glas - Musterprüfung Orga III

:blue_book: Industriemeister Glas – HQ Musterprüfung 3 Organisation


:brick: Ausgangssituation

Die GlasForm GmbH plant die Anschaffung einer neuen Werkzeugmaschine. Die Entscheidung soll auf Grundlage einer fundierten Kostenanalyse getroffen werden. Für die Berechnung des Maschinenstundensatzes sind umfangreiche technische und wirtschaftliche Daten bekannt. Diese Aufgabe enthält mehrere Teilrechnungen zur Ermittlung von Abschreibung, Zinsen, Raumkosten, Energiekosten, Instandhaltungskosten und zum Vergleich unterschiedlicher Jahreslaufzeiten.


:abacus: Aufgabe 1 – Maschinenstundensatz: Komplexe Gesamtkalkulation

Die GlasForm GmbH möchte eine neue Maschine anschaffen. Sie erhalten folgende Angaben:

  • Anschaffungskosten: 510.000 €
  • Nutzungsdauer: 6 Jahre
  • Restwert: 120.000 €
  • Jährliche Laufzeit: 3.000 Stunden
  • Flächenbedarf: 16 m2
  • Energieverbrauch (Anschlusswert): 15 kW

Betriebliche Vorgaben:

  • Kalkulatorischer Zinssatz: 6 %
  • Instandhaltungskostensatz: 8 % auf Anschaffungskosten
  • Monatliche Miete: 14,00 €/m2
  • Stromkosten: 0,21 €/kWh

a) Berechnen Sie den vollständigen Maschinenstundensatz für eine Laufzeit von 3.000 h/Jahr.
b) Berechnen Sie den Maschinenstundensatz für eine erhöhte Laufzeit von 3.300 h/Jahr.


Lösung a) Maschinenstundensatz bei 3.000 h

1. Abschreibung:

(510.000 \text{ €} - 120.000 \text{ €}) / 6 \text{ Jahre} = 65.000 \text{ €/Jahr}

2. Kalkulatorische Zinsen:

(510.000 \text{ €} + 120.000 \text{ €}) / 2 \times 0,06 = 18.900 \text{ €/Jahr}

3. Raumkosten:

16 \text{ m}^2 \times 14 \text{ €/m}^2 \times 12 \text{ Monate} = 2.688 \text{ €/Jahr}

4. Energiekosten:

15 \text{ kW} \times 0,21 \text{ €/kWh} \times 3.000 \text{ h} = 9.450 \text{ €/Jahr}

5. Instandhaltungskosten:

510.000 \text{ €} \times 0,08 = 40.800 \text{ €/Jahr}

6. Gesamtkosten pro Jahr:

65.000 + 18.900 + 2.688 + 9.450 + 40.800 = 136.838 \text{ €/Jahr}

7. Maschinenstundensatz:

136.838 \text{ €} / 3.000 \text{ h} = 45,61 \text{ €/h}

Lösung b) Maschinenstundensatz bei 3.300 h

1. Energiekosten bei 3.300 h:

15 \text{ kW} \times 0,21 \text{ €/kWh} \times 3.300 \text{ h} = 10.395 \text{ €/Jahr}

2. Gesamtkosten pro Jahr:

65.000 + 18.900 + 2.688 + 10.395 + 40.800 = 137.783 \text{ €/Jahr}

3. Maschinenstundensatz bei 3.300 h:

137.783 \text{ €} / 3.300 \text{ h} = 41,75 \text{ €/h}

:money_bag: Aufgabe 2 – Kostenvergleichsrechnung mit Break-even-Analyse


:brick: Ausgangssituation

Die GlasForm GmbH prüft die Anschaffung eines neuen Firmenwagens für die Produktionsleitung. Es stehen zwei Alternativen zur Wahl: ein Diesel- oder ein Benzinfahrzeug.

Die Jahreskilometerleistung beträgt 20.000 km.

Nachfolgende Daten liegen vor:

Kaufpreise:

  • Diesel: 30.000 €
  • Benziner: 27.000 €

Nutzung in Jahren: 4
Kalkulatorischer Zinssatz: 8 %
Kalkulatorische AfA: linear
Wiederbeschaffungszuschlag: 12 %

Fixkosten:

Position Diesel (€) Benziner (€)
Steuern 270 130
Versicherung 1.500 1.200
Garagenmiete 300 300
Pflege 520 520

Variable Daten:

Kostenart Diesel Benziner
Verbrauch/100 km 6,5 l × 1,16 €/l 9,0 l × 1,28 €/l
Inspektion 350 € / 20.000 km 350 € / 20.000 km
Reifen 400 € / 30.000 km 400 € / 30.000 km
Reparaturen 1.000 € / 4 Jahre 1.000 € / 4 Jahre

:magnifying_glass_tilted_left: Aufgabenstellung

a) Ermitteln Sie die fixen Jahreskosten beider Fahrzeuge (inkl. AfA und Zinsen).
b) Berechnen Sie die variablen Kosten je km.
c) Ermitteln Sie die Gesamtkosten pro Jahr bei 20.000 km.
d) Bestimmen Sie die Verrechnungssätze pro km.
e) Ermitteln Sie die Break-even-Fahrleistung, bei der beide Fahrzeuge gleich teuer sind.
f) Geben Sie eine wirtschaftliche Empfehlung ab.


Lösung

a) Abschreibung (linear):

\text{Diesel: } 30.000 \text{ €} / 4 = 7.500 \text{ €/Jahr}
\text{Benziner: } 27.000 \text{ €} / 4 = 6.750 \text{ €/Jahr}

Kalkulatorische Zinsen:

\text{Diesel: } (30.000 + 0) / 2 \times 0,08 = 1.200 \text{ €}
\text{Benziner: } (27.000 + 0) / 2 \times 0,08 = 1.080 \text{ €}

Fixkosten pro Jahr:

\text{Diesel: } 7.500 + 1.200 + 270 + 1.500 + 300 + 520 = 11.290 \text{ €}
\text{Benziner: } 6.750 + 1.080 + 130 + 1.200 + 300 + 520 = 8.980 \text{ €}

b) Variable Kosten/km:

Diesel:

\text{Kraftstoff: } 6,5 \times 1,16 \text{ €} = 7,54 \text{ €/100 km} \rightarrow 0,0754 \text{ €/km}
\text{Inspektion: } 350 \text{ €}/20.000 \text{ km} = 0,0175 \text{ €/km}
\text{Reifen: } 400 \text{ €}/30.000 \text{ km} = 0,0133 \text{ €/km}
\text{Reparatur: } 1.000 \text{ €}/4 \text{ Jahre} = 250 \text{ €/Jahr} \rightarrow 250 \text{ €}/20.000 \text{ km} = 0,0125 \text{ €/km}
\rightarrow \text{Summe: } 0,1187 \text{ €/km}

Benziner:

\text{Kraftstoff: } 9 \times 1,28 \text{ €} = 11,52 \text{ €/100 km} \rightarrow 0,1152 \text{ €/km}
\text{Inspektion: } 0,0175 \text{ €/km}
\text{Reifen: } 0,0133 \text{ €/km}
\text{Reparatur: } 0,0125 \text{ €/km}
\rightarrow \text{Summe: } 0,1585 \text{ €/km}

c) Gesamtkosten pro Jahr bei 20.000 km:

\text{Diesel: } 11.290 + (20.000 \times 0,1187) = 11.290 + 2.374 = 13.664 \text{ €}
\text{Benziner: } 8.980 + (20.000 \times 0,1585) = 8.980 + 3.170 = 12.150 \text{ €}

d) Verrechnungssatz €/km:

\text{Diesel: } 13.664 \text{ €} / 20.000 \text{ km} = 0,683 \text{ €/km}
\text{Benziner: } 12.150 \text{ €} / 20.000 \text{ km} = 0,6075 \text{ €/km}

e) Break-even-Fahrleistung (BEP):
Differenz Fixkosten / Differenz variable Kosten

(11.290 – 8.980) / (0,1585 – 0,1187) = 2.310 / 0,0398 \approx 58.040 \text{ km/Jahr}

f) Empfehlung:
Bis 58.040 km/Jahr ist der Benziner günstiger.
Ab höherer Fahrleistung → Diesel günstiger.
Bei 20.000 km → Empfehlung: Benziner


:receipt: Aufgabe 3 – Investitionsentscheidung mit Kostenvergleichsrechnung


:brick: Ausgangssituation

Zwei alternative Anlagen stehen zur Wahl. Beide sollen über acht Jahre genutzt werden. Die geplante jährliche Maschinenlaufzeit beträgt:

250 \text{ Arbeitstage} \times 3 \text{ Schichten} \times 8 \text{ Std.} \times 0,85 = 5.100 \text{ Std./Jahr}

Investitionsdaten:

Position Extrusionsanlage 1 Extrusionsanlage 2
Anschaffungskosten 440.000 € 770.000 €
Restwert 20.000 € 160.000 €
Nutzungsdauer 8 Jahre 8 Jahre
Kalk. Zinssatz 5 % 5 %
Sonstige Fixkosten/Jahr 15.000 € 10.500 €
Variable Kosten/Jahr 377.400 € 336.600 €

:magnifying_glass_tilted_left: Aufgabenstellung

a) Ermitteln Sie für jede Anlage:

  • kalk. Abschreibung
  • kalk. Zinsen
  • jährliche Fixkosten
  • Gesamtkosten pro Jahr

b) Entscheiden Sie, welche Anlage wirtschaftlicher ist.
c) Ermitteln Sie die kritische Nutzungsmenge (Xkrit), ab der die teurere Anlage wirtschaftlicher wird.


Lösung

a) Kalk. Abschreibung:

\text{Anlage 1: } (440.000 - 20.000) / 8 = 52.500 \text{ €}
\text{Anlage 2: } (770.000 - 160.000) / 8 = 76.250 \text{ €}

Kalk. Zinsen:

\text{Anlage 1: } (440.000 + 20.000) / 2 \times 0,05 = 11.500 \text{ €}
\text{Anlage 2: } (770.000 + 160.000) / 2 \times 0,05 = 23.250 \text{ €}

Fixkosten gesamt:

\text{Anlage 1: } 52.500 + 11.500 + 15.000 = 79.000 \text{ €}
\text{Anlage 2: } 76.250 + 23.250 + 10.500 = 110.000 \text{ €}

Gesamtkosten:

\text{Anlage 1: } 79.000 + 377.400 = 456.400 \text{ €}
\text{Anlage 2: } 110.000 + 336.600 = 446.600 \text{ €}

b) Entscheidung:

Anlage 2 ist günstiger bei 5.100 Std./Jahr, trotz höherer Fixkosten – wegen deutlich niedrigerer variabler Kosten.


c) Kritische Nutzungsmenge Xkrit:

Differenz Fixkosten / Differenz variable Kosten pro Stunde:

\text{Fixkosten-Differenz: } 110.000 - 79.000 = 31.000 \text{ €}

Variable Kosten/h:

\text{Anlage 1: } 377.400 / 5.100 = 74 \text{ €/h}
\text{Anlage 2: } 336.600 / 5.100 = 66 \text{ €/h}
\rightarrow \text{Differenz: } 8 \text{ €/h}
Xkrit = 31.000 \text{ €} / 8 \text{ €} = 3.875 \text{ Stunden/Jahr}

→ Bei mehr als 3.875 Stunden/Jahr ist Anlage 2 wirtschaftlicher.


:bar_chart: Aufgabe 4 – Break-even-Analyse mit Ergebnisvergleich

Handlungsbereich Organisation – Investitionsrechnung & Betriebsergebnis
Unternehmen: GlasForm GmbH


:brick: Ausgangssituation

Die GlasForm GmbH produziert elektrische Garagentorantriebe. Aus der Produktion liegen folgende Daten vor:

  • variable Kosten: 115 €/Stück
  • davon Fertigungsmaterial: 88 €/Stück
  • Preis: 175 €/Stück
  • Fixkosten: 375.000 €/Monat

Im Monat März wurden 15.000 Stück produziert und verkauft. Die Break-even-Menge liegt bei 11.500 Stück/Monat.


:magnifying_glass_tilted_left: Aufgabenstellung

a) Ermitteln Sie:

  • den Deckungsbeitrag pro Stück (db)
  • die Fixkosten pro Monat anhand der Break-even-Menge

b) Berechnen Sie das Betriebsergebnis im Monat März

c) Aufgrund einer Investition erhöht sich der Stückdeckungsbeitrag um 10 %, die Fixkosten steigen um 15.750 €/Monat.
Berechnen Sie, um wie viel Prozent sich die Break-even-Menge verändert.


Lösung

a) Deckungsbeitrag (db):

db = 175 \text{ €} – 115 \text{ €} = 60 \text{ €/Stück}

Fixkosten:

Kf = db \times xBEP = 60 \text{ €} \times 11.500 = 690.000 \text{ €/Monat}

b) Betriebsergebnis März:

\text{DB März} = 60 \text{ €} \times 15.000 = 900.000 \text{ €}
\text{BE} = \text{DB} – \text{Kf} = 900.000 \text{ €} – 690.000 \text{ €} = 210.000 \text{ €}

c) Änderung durch Investition:

\text{neuer db} = 60 \text{ €} \times 1,10 = 66 \text{ €}
\text{neue Fixkosten} = 690.000 \text{ €} + 15.750 \text{ €} = 705.750 \text{ €}

Neue Break-even-Menge:

xneu = 705.750 \text{ €} / 66 \text{ €} \approx 10.693 \text{ Stück}
\text{Veränderung: } (11.500 – 10.693) / 11.500 \times 100 \approx 7,02 \% \text{ Senkung}

:abacus: Aufgabe 5 – Zuschlagskalkulation mit Listenpreisermittlung

Handlungsbereich: Organisation – Angebotskalkulation
Firma: GlasForm GmbH


:brick: Ausgangssituation

Die GlasForm GmbH möchte ein neues Spezialglasprodukt anbieten. Es liegt eine klassische Zuschlagskalkulation nach IHK-Schema vor. Die Einzelkosten und Zuschlagssätze sind gegeben. Ziel ist die Ermittlung des Selbstkostenpreises, des Barverkaufspreises sowie des Listenverkaufspreises je Stück.


:magnifying_glass_tilted_left: Aufgabenstellung

Ein neues Produkt wird mit folgenden Eckdaten kalkuliert:

  • Fertigungsmaterial: 200 kg à 20 €
  • Materialgemeinkostenzuschlag: 40 %
  • Fertigungslohn: 12 h à 20 €
  • Fertigungsgemeinkostenzuschlag: 200 %
  • Verwaltungsgemeinkostenzuschlag: 40 %
  • Vertriebsgemeinkostenzuschlag: 15 %
  • Gewinnzuschlag: 15 %
  • Skonto: 2 %
  • Rabatt: 10 %
  • MwSt: nicht zu berücksichtigen

a) Ermitteln Sie die Selbstkosten nach dem Kalkulationsschema.
b) Ermitteln Sie den Listenverkaufspreis.


Lösung

a) Berechnung der Selbstkosten:

1. Materialeinzelkosten (MEK):

200 \text{ kg} \times 20 \text{ €} = 4.000 \text{ €}

2. Materialgemeinkosten (MGK):

4.000 \text{ €} \times 0,40 = 1.600 \text{ €} \rightarrow \text{Materialkosten: } 5.600 \text{ €}

3. Fertigungslohn (FLK):

12 \text{ h} \times 20 \text{ €} = 240 \text{ €}

4. Fertigungsgemeinkosten (FGK):

240 \text{ €} \times 2,00 = 480 \text{ €} \rightarrow \text{Fertigungskosten: } 720 \text{ €}

5. Herstellkosten (HK):

5.600 + 720 = 6.320 \text{ €}

6. Verwaltungs-GK (40 %) und Vertriebs-GK (15 %):

\text{Verwaltung: } 6.320 \times 0,40 = 2.528 \text{ €}
\text{Vertrieb: } 6.320 \times 0,15 = 948 \text{ €} \rightarrow \text{Selbstkosten: } 6.320 + 2.528 + 948 = 9.796 \text{ €}

b) Ermittlung des Listenverkaufspreises:

1. Gewinnzuschlag (15 %):

9.796 \times 0,15 = 1.469,40 \text{ €}
\text{Zielverkaufspreis netto: } 9.796 + 1.469,40 = 11.265,40 \text{ €}

2. Skonto (2 %):

11.265,40 \text{ €} / 0,98 = 11.497,35 \text{ €} \rightarrow \text{Barverkaufspreis}

3. Rabatt (10 %):

11.497,35 \text{ €} / 0,90 = 12.775,94 \text{ €} \rightarrow \text{Listenpreis}

:white_check_mark: Ergebnis:

  • Selbstkosten: 9.796 €
  • Barverkaufspreis: 11.497,35 €
  • Listenverkaufspreis: 12.775,94 €

:receipt: Aufgabe 6 – Zuschlagskalkulation mit Listenpreisermittlung

Handlungsbereich: Organisation – Preis- und Kostenermittlung
Firma: GlasForm GmbH


:brick: Ausgangssituation

Die GlasForm GmbH kalkuliert ein neues Glasprodukt für den Serienvertrieb. Die Geschäftsführung erwartet eine vollständige Vorkalkulation zur Bestimmung des Listenverkaufspreises pro Stück.

Gegeben:

  • Fertigungsmaterial: 58.000 €
  • Materialgemeinkosten: 20 %
  • Fertigungslöhne: 42.000 €
  • Fertigungsgemeinkosten: 175 %
  • Sondereinzelkosten der Fertigung: 4.900 €
  • Verwaltung & Vertrieb: 12 %
  • Sondereinzelkosten des Vertriebs: 2.200 €
  • Gewinnzuschlag: 15 %
  • Skonto: 2 %
  • Rabatt: 5 %
  • Auflage: 2.000 Stück

:magnifying_glass_tilted_left: Aufgabenstellung

a) Ermitteln Sie:

  1. Selbstkosten
  2. Barverkaufspreis
  3. Zielverkaufspreis
  4. Listenverkaufspreis
  5. Listenpreis pro Stück

Lösung

1. Materialkosten:

\text{MGK} = 58.000 \text{ €} \times 0,20 = 11.600 \text{ €}
\rightarrow \text{Materialkosten} = 69.600 \text{ €}

2. Fertigungskosten:

\text{FGK} = 42.000 \text{ €} \times 1,75 = 73.500 \text{ €}
\text{+ SEKF: } 4.900 \text{ €}
\rightarrow \text{Fertigungskosten} = 120.400 \text{ €}

3. Herstellkosten:

69.600 \text{ €} + 120.400 \text{ €} = 190.000 \text{ €}

4. Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten:

190.000 \text{ €} \times 0,12 = 22.800 \text{ €}

5. Selbstkosten:

190.000 \text{ €} + 22.800 \text{ €} + 2.200 \text{ €} = 215.000 \text{ €}

6. Gewinn:

215.000 \text{ €} \times 0,15 = 32.250 \text{ €}
\rightarrow \text{Barverkaufspreis} = 247.250 \text{ €}

7. Skonto:

247.250 \text{ €} \times 0,02 = 5.045,92 \text{ €}
\rightarrow \text{Zielverkaufspreis} = 252.295,92 \text{ €}

8. Rabatt:

252.295,92 \text{ €} \times 0,05 = 13.278,73 \text{ €}
\rightarrow \text{Listenverkaufspreis} = 265.574,65 \text{ €}

9. Stückpreis:

265.574,65 \text{ €} / 2.000 \text{ Stück} = 132,79 \text{ €/Stück}

:chart_increasing: Aufgabe 7 – Break-even-Analyse mit Beschäftigungsgrad und Gewinnentwicklung

Handlungsbereich: Organisation
Firma: GlasForm GmbH


:brick: Ausgangssituation

Die GlasForm GmbH produziert Spezialbehälter für die Chemieindustrie. In einem Produktionsbereich beträgt der Verkaufspreis 228 €/Stück, die variablen Stückkosten 103 €. Die Fixkosten betragen 135.000 €/Monat. Die maximale Produktionskapazität beträgt 1.300 Stück/Monat.


:magnifying_glass_tilted_left: Aufgabenstellung

a)
Ermitteln Sie:

  • die Break-even-Menge (Stück)
  • den Break-even-Beschäftigungsgrad in %

b)
Berechnen Sie bei 90 % Kapazitätsauslastung:

  • den Deckungsbeitrag insgesamt
  • das monatliche Betriebsergebnis

c)
Bewerten Sie das Ergebnis bei einer monatlichen Absatzmenge von 1.170 Stück.


Lösung

a) Break-even-Menge:

Deckungsbeitrag (db):

db = 228 \text{ €} – 103 \text{ €} = 125 \text{ €/Stück}

Break-even-Menge:

135.000 \text{ €} / 125 \text{ €} = 1.080 \text{ Stück}

Break-even-Beschäftigungsgrad:

(1.080 / 1.300) \times 100 \approx 83,08 \%

b) Ergebnis bei 90 % Auslastung:

Produktionsmenge:

x = 1.300 \times 0,9 = 1.170 \text{ Stück}

Gesamtdeckungsbeitrag:

125 \text{ €} \times 1.170 = 146.250 \text{ €}

Betriebsergebnis:

146.250 – 135.000 = 11.250 \text{ €}

c) Bewertung:

→ Bei 1.170 Stück liegt die Produktion klar über der Gewinnschwelle, das Unternehmen erwirtschaftet einen monatlichen Gewinn von 11.250 €. Der Beschäftigungsgrad von 90 % ist wirtschaftlich sinnvoll.


:abacus: Aufgabe 8 – Deckungsbeitragsrechnung mit Engpassauslastung

Handlungsbereich: Organisation – Sortimentsentscheidung
Firma: GlasForm GmbH


:brick: Ausgangssituation

Die GlasForm GmbH produziert zwei Varianten eines Glasprodukts – Modell A und Modell B. Beide Modelle werden auf derselben Linie gefertigt. Die maximale Kapazität beträgt 8.000 Maschinenstunden/Monat.

Die Produkte unterscheiden sich hinsichtlich Zeitbedarf, Absatzmenge und Deckungsbeitrag:

Kennwert Modell A Modell B
Verkaufspreis 250,00 € 320,00 €
Materialeinzelkosten 40,00 € 60,00 €
Fertigungslohnkosten 25,00 € 40,00 €
Sonstige variable Kosten 70,00 € 115,00 €
Fertigungsmenge (Stück/Jahr) 200.000 250.000
Maschinenzeit je Stück 20 min 30 min
Fixkosten gesamt (pro Jahr) 20.000.000 € (gesamt)

:magnifying_glass_tilted_left: Aufgabenstellung

a) Ermitteln Sie:

  • den Stückdeckungsbeitrag je Produkt
  • den spezifischen Deckungsbeitrag (€/Minute)

b) Entscheiden Sie, welches Produkt bei Kapazitätsengpass bevorzugt werden sollte.

c) Ermitteln Sie den gesamten Deckungsbeitrag und das Betriebsergebnis bei optimierter Auslastung.


Lösung

a) Stückdeckungsbeiträge:

Modell A:

db = 250 – (40 + 25 + 70) = 115 \text{ €/Stück}
\text{Zeit/Stück} = 20 \text{ min}
\text{spezif. DB} = 115 \text{ €} / 20 \text{ min} = 5,75 \text{ €/min}

Modell B:

db = 320 – (60 + 40 + 115) = 105 \text{ €/Stück}
\text{Zeit/Stück} = 30 \text{ min}
\text{spezif. DB} = 105 \text{ €} / 30 \text{ min} = 3,50 \text{ €/min}

b) Entscheidung:

Modell A erzielt höheren Deckungsbeitrag je Minute → bei Engpass bevorzugen.


c) Optimale Auslastung (nur Modell A):

Verfügbare Zeit = 8.000 h = 480.000 min

Produktionsmenge A:

480.000 \text{ min} / 20 \text{ min/Stück} = 24.000 \text{ Stück}

Gesamtdeckungsbeitrag:

24.000 \times 115 \text{ €} = 2.760.000 \text{ €}

Betriebsergebnis:

2.760.000 \text{ €} – 20.000.000 \text{ €} = –17.240.000 \text{ €} \text{ (Unterdeckung)}

:light_bulb: Hinweis: Die Fixkosten sind zu hoch für beide Produkte allein – ein optimierter Produktmix müsste über beide Varianten geprüft werden.


:brain: Aufgabe 9 – Theorie: Führungsmittel und Führungsstile

Theoriefrage
Firma: GlasForm GmbH

a) Nennen Sie vier konkrete Führungsmittel, die ein Industriemeister Glas zur Mitarbeiterführung einsetzen kann.
b) Erläutern Sie den Unterschied zwischen einem autoritären und einem kooperativen Führungsstil anhand von zwei Aspekten.
c) Nennen Sie zwei Situationen, in denen ein situativer Führungsstil besonders sinnvoll ist.

Lösung

a)

  • Zielvereinbarungen
  • Feedbackgespräche
  • Delegation von Verantwortung
  • Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen

b)

  • Entscheidungsspielraum: autoritär → alleinige Entscheidung, kooperativ → Mitsprache
  • Motivation: autoritär → extrinsisch, kooperativ → intrinsisch

c)

  • Krisensituation mit Zeitdruck → direktives Vorgehen
  • Entwicklung eines neuen Produkts → partizipativer Führungsstil

:abacus: Aufgabe 10 – Rechenaufgabe: Optimale Bestellmenge

Rechenaufgabe
GlasForm GmbH benötigt 1.200 Einheiten eines Hilfsstoffs pro Jahr.

  • Bestellkosten pro Auftrag: 85 €
  • Lagerkosten: 15 € pro Einheit pro Jahr
  • Lagerkostensatz: 8 %

a) Berechnen Sie die optimale Bestellmenge nach der Andler-Formel.
b) Berechnen Sie die Gesamtkosten für 400 und 600 Stück als Bestellmenge.
c) Geben Sie eine Empfehlung.

Lösung

a)

\sqrt{((2 \times 85 \text{ €} \times 1.200) / (15 \text{ €} \times 0,08))} = \sqrt{(204.000 / 1,2)} \approx \sqrt{170.000} \approx 412,3 \rightarrow 413 \text{ Stück}

b)
400 Stück:

3 \text{ Bestellungen} \times 85 \text{ €} = 255 \text{ €}
200 \times 15 \text{ €} \times 0,08 = 240 \text{ €}
\rightarrow 495 \text{ €}

600 Stück:

2 \times 85 \text{ €} = 170 \text{ €}
300 \times 15 \text{ €} \times 0,08 = 360 \text{ €}
\rightarrow 530 \text{ €}

c) Empfehlung: 400 Stück günstiger


:brain: Aufgabe 11 – Theorie: Informationssysteme im Unternehmen

Theoriefrage
a) Erläutern Sie je ein Ziel und eine typische Aufgabe eines:

  • betrieblichen Informationssystems
  • rechnergestützten Informationssystems
  • Büroinformationssystems
  • Kundeninformationssystems
Lösung
  • Betriebliches: Steuerung betrieblicher Abläufe (z. B. Auftragssteuerung)
  • Rechnergestützt: Automatisierung von Datenverarbeitung (z. B. CAM/CNC)
  • Büro: Unterstützung der Sachbearbeitung (z. B. MS Office)
  • Kunden: Bereitstellung von Produkt- und Servicedaten (z. B. CRM-Systeme)

:abacus: Aufgabe 12 – Personalbedarf bei Reservezeit

Rechenaufgabe
Die GlasForm GmbH plant eine neue Produktionslinie.

  • Leistungszeit: 7,5 h
  • 22 Arbeitstage
  • 3-Schichtbetrieb
  • Bedarf: 4 Personen/Schicht
  • Ausfallzeit: 15 %

a) Berechnen Sie den Bruttopersonalbedarf (Vollzeitkräfte).s

Lösung

1. Gesamtstundenbedarf:

4 \text{ MA} \times 3 \text{ Schichten} \times 22 \text{ Tage} \times 7,5 \text{ h} = 1.980 \text{ h}

2. Verfügbare Zeit/MA:

7,5 \text{ h} \times 22 \times 0,85 = 140,25 \text{ h/MA}

3. Bedarf:

1.980 / 140,25 \approx 14,1 \rightarrow 15 \text{ MA}

:brain: Aufgabe 13 – Theorie: Projektmanagement

Theoriefrage
Ein Projekt zur Energieeffizienzsteigerung soll in der GlasForm GmbH durchgeführt werden.

a) Nennen Sie vier Merkmale eines Projekts.
b) Erläutern Sie drei Aufgaben der Projektleitung.
c) Nennen Sie zwei typische Risiken in Industrieprojekten.

Lösung

a)

  • Einmaligkeit
  • Zielgerichtet
  • Zeitlich befristet
  • Begrenzte Ressourcen

b)

  • Organisation & Koordination
  • Kommunikation mit Stakeholdern
  • Terminüberwachung

c)

  • Lieferverzug bei Spezialteilen
  • Akzeptanzprobleme im Team

:abacus: Aufgabe 14 – Nutzwertanalyse

Die GlasForm GmbH vergleicht drei Lieferanten für ein neues Messsystem. Kriterien: Preis (30 %), Technik (25 %), Service (25 %), Lieferzeit (20 %)

Anbieter Preis Technik Service Lieferzeit
A 7 9 6 8
B 6 8 9 7
C 9 6 7 6

a) Erstellen Sie eine gewichtete Bewertung
b) Geben Sie eine Empfehlung

Lösung

a)

A: 7 \times 30 + 9 \times 25 + 6 \times 25 + 8 \times 20 = 770
B: 6 \times 30 + 8 \times 25 + 9 \times 25 + 7 \times 20 = 785
C: 9 \times 30 + 6 \times 25 + 7 \times 25 + 6 \times 20 = 760

b)
B empfohlen


:brain: Aufgabe 15 – Theorie: Kommunikationsmittel

Theoriefrage
a) Nennen Sie vier Kommunikationsmittel in der betrieblichen Führung.
b) Erläutern Sie je ein Vor- und ein Nachteil der schriftlichen Kommunikation.
c) Geben Sie zwei Beispiele für förderliche Kommunikation im Team.

Lösung

a)

  • E-Mail
  • Dienstgespräch
  • Aushang
  • Berichtswesen

b)

  • Nachvollziehbar, dokumentiert
    – Kein unmittelbares Feedback

c)

  • Wertschätzendes Feedback
  • Offene, regelmäßige Meetings

:abacus: Aufgabe 16 – Kalkulation mit Rückwärtsrechnung

Die GlasForm GmbH will ein Produkt zum Listenpreis von 178 € inkl. 19 % MwSt verkaufen.

Gegeben:

  • Rabatt: 10 %
  • Skonto: 3 %
  • Gewinn: 20 %
  • Gemeinkosten: 35 %
  • Einzelkosten: 80 €

a) Ermitteln Sie den Nettozielverkaufspreis, Barverkaufspreis und Selbstkosten.

Lösung

1. Netto:

178 / 1,19 = 149,58 \text{ €}

2. Zielpreis:

149,58 / 0,9 = 166,20 \text{ €}

3. Barverkaufspreis:

166,20 / 0,97 = 171,34 \text{ €}

4. Selbstkosten:

171,34 / 1,2 = 142,78 \text{ €}

→ GK = 142,78 – 80 = 62,78 € → 35 % geprüft